Fakten und Mythen zur Wollallergie bei Babys
„Ich selbst vertrage Wolle überhaupt nicht, deshalb ziehe ich sie meinem Kind auch nicht an.“
Als Kinderkrankenschwester und Gründerin von Moalie höre ich diesen Satz häufig – und ich verstehe ihn sehr gut. Fast jeder von uns erinnert sich an diesen einen handgestrickten Pullover aus der Kindheit, der schrecklich gekratzt hat. Wer dieses Gefühl kennt, möchte es der empfindlichen Haut seines Neugeborenen selbstverständlich ersparen.
Dennoch wäre es schade, Wolle vorschnell auszuschließen. Denn wussten Sie, dass es einen großen Unterschied zwischen Juckreiz und einer echten Allergie gibt?
In diesem Blogbeitrag erkläre ich Ihnen die Fakten, damit Sie eine gut informierte Entscheidung für Ihr Kind treffen können.

Der Unterschied zwischen Reizung und Allergie
Wenn Menschen sagen, sie seien allergisch gegen Wolle, handelt es sich in rund 98 % der Fälle nicht um eine echte Allergie, sondern um eine Hautreizung. Der entscheidende Faktor dabei ist die Dicke der Wollfaser.
Stellen Sie sich ein menschliches Haar vor:
Ist es kurz und borstig, piekst es. Ist es fein und weich, nimmt man es kaum wahr.
Genauso verhält es sich mit Wolle. „Altmodische“ Wollfasern sind oft grob und dick (über 30 Mikrometer). Trifft eine solche Faser auf die Haut, gibt sie nicht nach, sondern sticht. Das führt zu Juckreiz und manchmal auch zu Rötungen.
Warum Merinowolle anders ist
Bei Moalie verarbeiten wir ausschließlich hochwertige Merinowolle. Die Fasern des Merinoschafs sind deutlich feiner und dünner als die herkömmlicher Wolle.
Das Besondere daran:
Diese Fasern sind so fein, dass sie sich bei Hautkontakt sofort biegen und anpassen. Statt zu pieksen, fühlen sie sich wie eine seidenweiche zweite Haut an. Studien zeigen sogar, dass superfeine Merinowolle Symptome von Ekzemen lindern kann, da sie atmungsaktiv ist und den Feuchtigkeitshaushalt der Haut unterstützt.
Wann handelt es sich tatsächlich um eine Allergie?
Heißt das also, dass es keine Wollallergie gibt? Doch – sie existiert, ist jedoch selten. Eine kleine Gruppe von Menschen reagiert allergisch auf Lanolin (Wollfett), die natürliche Fettschicht der Schafwolle.
Wurde bei Ihnen oder Ihrem Kind eine Lanolinallergie diagnostiziert, ist Wolle tatsächlich keine geeignete Option. In diesem Fall gilt: Sicherheit und Komfort stehen immer an erster Stelle.
Was ist also die beste Alternative?
Bei einer tatsächlich bestehenden Allergie werde ich häufig gefragt:
„Was soll ich dann wählen?“
Mein Rat als Krankenschwester lautet: Baumwolle – und möglichst keine synthetischen Materialien.
Synthetische Stoffe wie Acryl, Polyester oder Fleece bestehen aus Kunststofffasern. Sie fühlen sich zwar weich an, sind jedoch nicht atmungsaktiv. Wärme kann nicht entweichen, sodass Ihr Baby schneller schwitzt. Das führt zu einem klammen, unangenehmen Hautgefühl.
Baumwolle hingegen ist – wie Wolle – ein Naturprodukt. Sie isoliert zwar weniger gut als Wolle, ist dafür aber atmungsaktiv, hautfreundlich und gut verträglich. Gerade bei Babys mit empfindlicher Haut ist sie daher eine sichere und angenehme Alternative.

Sind Sie im Zweifel?
Sie haben keine diagnostizierte Allergie, zögern aber aufgrund früherer Erfahrungen mit kratzigen Wollpullovern? Dann kann ich Ihnen mit großer Sicherheit sagen, dass Merinowolle einen enormen Unterschied macht.
Die einzigartigen Eigenschaften von Wolle – insbesondere ihre Fähigkeit zur Temperaturregulierung, die Ihr Baby bei Kälte warm hält und bei Wärme kühlt – werden von keinem anderen Material erreicht. Genau das wünsche ich mir für jedes Baby: Komfort, Sicherheit und Wohlbefinden.
Herzlichst,
Daniëlle Kempers
Neonatologie-Krankenschwester und Gründerin von Moalie
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